Allgemeines
Folder der Sir Karl Popper Society zum Download*
(135 KB)
* Zum Download von
Acrobat Reader klicken Sie bitte hier
- Biographie von Sir Karl
Raimund Popper
- Zielsetzungen und Zwecke
des Vereines
- Geschichte der
Sir-Karl-Popper-Society
- Institut für medizinische Anthropologie und interdisziplinäre Verhaltens- und Sozialforschung
Biographie von Sir Karl Raimund Popper
Karl Raimund Popper (1902 - 1994)
Der Philosoph Karl Raimund Popper wurde am 28. Juli 1902 in Wien geboren; als drittes Kind und erster Sohn des jüdischen Rechtsanwaltes Dr. Simon Popper und dessen Ehefrau Jenny, geborene Schiff. Die Eltern waren bereits vor der Geburt der ersten Tochter zum protestantischen Glauben übergetreten.
Schon als Kind, geprägt durch ein Elternhaus, das Aufklärung und humanitäre Gesinnung lebte, aufgewachsen mit klassischer Musik und ihren Interpreten, war Karl sehr bald voll brennenden Interesses für philosophische Fragestellungen. Der Vater war Mitglied einer wiener Freimaurerloge, literarisch interessiert und begabt. Insbesondere seine umfangreiche Bibliothek war schon dem jungen Karl Quell und Ansporn, philosophisch weiter zu denken.
Diese väterliche Bibliothek also konfrontierte Popper erstmals mit den Vorsokratikern, eröffnet ihm die Welt eines Platon, Descartes, Spinoza, Kant, Schopenhauer und Anderer, die sein Denken ein ganzes Leben lang begleiteten und anregten.
Die weitere Ausbildung Poppers, war insofern nicht gerade konventionell, als er mit sechzehn Jahren die Mittelschule verließ, als Gasthörer an der Universität in Wien inskribierte, Vorlesungen in Mathematik, Geschichte, Psychologie, Physik und Philosophie besuchte. 1920 ist er gleichzeitig Gelegenheitsarbeiter und Leser der Werke Kants, hört bei Arnold Schönberg Musik, wird Schüler am Wiener Konservatorium. Den Plan Musiker zu werden, setzt er aber nicht um.
Neben dem Studium, hatte er eine Tischlerlehre absolviert, als Externist die Reifeprüfung abgelegt, und danach schließlich als ordentliche Hörer an der Universität inskribiert. Er legt, nachdem er den Gesellenbrief als Tischler in der Hand hält, eine Lehramtsprüfung für die Fächer Mathematik, Physik und Chemie ab.
1928 promovierte Popper an der Universität Wien zum Doktor phil. und arbeitet, von 1930 bis zum Jahr 1936, als Hauptschullehrer für Mathematik und Physik in Wien. Im Jahr 1930 heiratete er seine Frau, Josefine Anna Henninger, kurz 'Hennie'. Im Jahre 1935 hat er seine erste große philosophische Arbeit, ‚Logik der Forschung', veröffentlicht. Darin führt er das ganz neue Kriterium der Falsifikation ein.
Nur eine Hypothese, so der Anspruch, die eine große Zahl von Falsifizierungsversuchen übersteht, kann als vorläufig gültige Erklärung akzeptiert werden. Die entscheidenden wissenschaftlichen Fortschritte würden dort geschehen, wo besonders gefestigte Theorien falsifiziert werden. Dieses Werk, von Popper kontinuierlich weiter entwickelt, gilt bis heute als Standardwerk zur Wissenschaftslehre.
In den Jahren bis 1937, nahm Popper oft an Diskussionen des 'Wiener Kreises' statt, dem er selbst nie angehörte, aber mit vielen dessen Mitgliedern er befreundet war. In diese Phase fallen auch seine Begegnungen mit Erwin Schrödinger, Ernst H. Gombrich, Friedrich August von Hayek, Bertrand Russel, Niels Bohr und Anderen.
Im Jänner des Jahres 1937 verlässt er, der vor der drohenden Katastrophe des Nationalsozialismus schon früh gewarnt hatte, Wien, geht zunächst nach Neuseeland, wird Dozent für Philosophie an der Universität von Christchurch und beginnt dort seine Texte in englisch zu verfassen, bleibt in diesem Land bis 1945.
Während all der Jahre ihres Aufenthaltes in Neuseeland kämpfen die Poppers mit wirtschaftlicher Not, und kann Popper sein Buch 'Die offene Gesellschaft und ihre Feinde' mangels Unterstützung nicht herausgeben. Erst 1945, in England und mit Hilfe von Freunden, gelingt es ihm, es zu publizieren.
Ab 1946 nun und bis 1969, dem Jahr seiner Emeritierung, bleibt Popper Lehrer an der University of London, der ‚London School of Economics'. In seinem ersten londoner Jahr, fand der berühmte intellektuelle Zusammenstoß mit Ludwig Wittgenstein statt, der die philosophische Diskussion nachhaltig beeinflusste. Popper hatte in diesem wieder zu einem seiner Grundthemen gefunden, nämlich dem Problem, die Welt zu verstehen; einer Frage, die, wie er wiederholt betonte, jeden Menschen interessiere.
Nach dem Neuseeland-Abenteur, wo er kein Verständnis für seine Arbeit gefunden hatte, folgte in London eine Zeit großer, nachhaltiger wissenschaftlicher Erfolge. Popper wurde zunehmend bekannt, schrieb Bücher, hielt Vorträge, Gastvorlesungen, begegnete 1950 Albert Einstein. Im gleichen Jahr bezog er sein künftiges Heim in Buckinghamshire, wo er ungestörter denn je in seiner philosophischen Welt versinken konnte.
Im Jahre 1957 veröffentlichte er ‚Das Elend des Historismus', 1961 begann der ‚Positivismus-Streit' mit Theodor W. Adorno, 1965 wurde er durch Königin Elisabeth II. in den Ritterstand (Sir Karl) erhoben, emeritierte schließlich 1969 und übernahm bis zu seinem Tod zahlreiche Gastprofessuren in aller Welt.
Gemeinsam mit John C. Eccles erfolgte 1977, um Poppers 75. Geburtstag, die Veröffentlichung des Buches ‚Das Ich und sein Gehirn'. Im darauf folgenden Jahr wurde er, zugleich mit der Erneuerung seines Philosophiedoktorats von 1928, Ehrendoktor der Universität Wien. Im Mai 1983 fand in Wien ein Symposium anlässlich Poppers 80er statt, in dessen Anschluss, 1984, die Aufsatzsammlung ‚Auf der Suche nach einer besseren Welt' erschien.
Nach dem Tod seiner Frau in Wien, 1985, übernimmt er für kurze Zeit ein Bolzmanninstitut in Wien, lebt aber dann wieder in England. 1986 bis 1994 ist er Gastprofessor an der Universität Wien und wird 1992, anlässlich des 90. Geburtstages, zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. 1994, im Jahr seines Todes, veröffentlicht er ‚Alles Leben ist Problemlösen', verstirbt am 17. September in London, und wird in Wien begraben.
Spätesten seit seiner londoner Zeit, war der Philosoph weltberühmt! Er wurde Ehrenmitglied der berühmtesten Akademien, erhielt unzählige Ehrendoktorwürden auf der ganzen Welt, und zahlreiche Auszeichnungen wissenschaftlicher Gesellschaften. Nach seinem Tod erschienen und erscheinen laufend zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, Bücher, Kommentare zu seinem Lebenswerk.
Zielsetzungen und Zwecke unseres Vereins
Wir sind eine gemeinnützige wissenschaftliche
Gesellschaft. Unsere Aktivitäten erstrecken
sich auf das gesamte Bundesgebiet und gelegentlich
auch auf das Ausland. Wir verstehen uns
als überparteiliche Organisation, bekennen
uns zum demokratischen
Rechtsstaat und treten für die Durchsetzung
der Menschenrechte sowie für eine humanistische
Weltsicht ein.
Es ist uns ein großes Anliegen, Sir Karl
Raimund Poppers Lebenswerk philosophisch
aufzuarbeiten und seine kritisch-rationale
Denkweise einer breiten Öffentlichkeit zugänglich
zu machen. Wir wollen dazu beitragen, den
internationalen wissenschaftlichen Diskurs
und die Interdisziplinarität in der Forschung
zu fördern.
Zu diesem Zweck werden von unserer Gesellschaft Forschungseinrichtungen gegründet und unterhalten, sowie wissenschaftliche Vortragsreihen, Symposien und Fachtagungen organisiert. Wir wollen dazu beitragen, den internationalen wissenschaftlichen Diskurs und die Interdisziplinarität in der Forschung zu fördern.
Wir bieten daher auch folgende Serviceleistungen für unsere Mitglieder an:
- Beratung für Studenten und Jungakademiker sowie Beratung iS Diplomarbeit und Dissertation
- Vermittlung von Post-Doc-Stellen
- Möglichkeit zur (kostenlosen) Publikation
- Präsentationscoaching
- Projektmanagement-Trainings
Geschichte der Sir-Karl-Popper-Society
Der Verein wurde im Herbst 1994 anlässlich des Ablebens von Sir Karl Raimund Popper gegründet und hat sich 1995 als gemeinnützige wissenschaftliche Gesellschaft konstituiert.
Bis 1998 gab es eine Kunstsektion, die aufgrund steuerrechtlicher Gründe separiert wurde und nun eine rechtlich selbständige Gesellschaft bildet.
1995 gelang es dem Obmann der Sir-Karl-Popper-Society den Nachlass (Arbeitsibliothek) von Sir Karl, welcher seinerzeit bei Southebys zur Versteigerung anstand, für die Bundesrepublik und das Land Kärnten in einer Direktkaufvermittlung zu retten. Diese Arbeitsbibliothek befindet sich derzeit in der Universitäts-Bibliothek Klagenfurt.
Der Vorstand der Sir Karl Popper Society finden Sie unter Vorstand.

